Karate – nur etwas für „junge Menschen“?

Bild1Weit gefehlt! Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie mit 55 Teilnehmern wurde untersucht, welche Auswirkungen das Karatetraining auf die körperliche und physische Fitness von Personen hat, die über 50 Jahre alt sind.

u Beginn der Studie wurde davon ausgegangen, dass „psychische Belastungen, Zeitdruck oder auch Stress bei vielen Menschen zunehmend zu Erschöpfungszuständen und Depressionen führen. Bei ständiger Herausforderung ohne die Möglichkeit zur Regeneration […] kann es zu negativen und krankheitsauslösenden Folgen kommen.“ [1]

Rund 48 Teilnehmer im Alter zwischen 67 und 93 Jahren nahmen an dieser Studie teil und trafen sich rund einmal pro Woche zum gemeinsamen Training. Am Anfang hatten die Teilnehmer Angst vor der neuen Sportart. Viele denken zuerst daran, dass mit der Handkante Bretter zerschlagen werden. Erst nach und nach merkten die Probanden, dass hinter Karate mehr steckt.

Durch die verschiedenen Übungen wurden neben den motorischen Fähigkeiten auch die Beweglichkeit sowie das Selbstvertrauen verstärkt. „Auf einem Bein stehen konnte am Anfang keiner von uns“, berichtet eine Teilnehmerin. Jetzt würde das ganz hervorragend klappen. [2]

Und es gibt weitere positive Effekte. Die Merkleistung und visuelle Merkfähigkeit verbesserten sich deutlich. Die Ergebnisse sind insgesamt vielversprechend, meint Frau Prof. Dr. Petra Jansen.

Auch wenn am Anfang die Bewegungen kompliziert erscheinen, sollten Ältere nicht den Mut verlieren. „Es ist einfach so, dass wir unserem Gehirn und unserem Körper mit steigendem Alter immer weniger erstmalige Bewegungsaufträge erteilen. […] Als Kinder lernten wir Purzelbaum, schwimmen, Fahrrad fahren… Doch später im Leben stellen wir uns kaum noch völlig neuen motorischen Herausforderungen.“ [3]

Ähnlich stellt es sich bei den geistigen Herausforderungen dar. Je älter man wird umso weniger werden Situationen aufgesucht, in denen blitzschnell auf einen Reiz reagiert werden oder man sich mit allen Sinnen konzentrieren muss. Karate bietet hier eine Vielzahl an unterschiedlichen Übungen, die die Hand-Auge-Koordination, die Reaktionszeit oder die Gedächtnisleistung trainieren. [4]

Daneben gibt es gleichfalls einen sozialen Aspekt. Das Trainingserlebnis für zu einer starken Gemeinschaft auch über das Training hinaus.

Was viele aktive Karateka bereits wissen, wird nun mehr und mehr zur Gewissheit, Karate als lebensbegleitende Kampfkunst kann bis ins hohe Alter betrieben werden. Das beweisen auch die Teilnehmerinnen der Karate-Gruppe. Sie machen weiter, so lange es ihnen gefällt.

In Kooperation mit dem Karate-Dôjô Makoto Baden-Baden e.V. bietet Sicherheit im Alltag den Kurs „Sicherheit & Fitness – Karate Ü50“ an. Der Starttermin ist der 12. Juni 2015 in der kleinen Sporthalle des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums.

Quellen:
[1] vgl. http://www.karate-bayern.de/aktuelles/1342-pressekonferenz-burn-out.html
[2] vgl. http://www.uni-regensburg.de/psychologie-paedagogik-sport/sportwissenschaft/medien/mit_karate_fit_und_gl__cklich_ins_alter.pdf
[3] http://www.apotheken-umschau.de/Sport/Fuer-Karate-ist-man-nie-zu-alt-234715.html
[4] ebd.

 

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