FAQ


Was ist der Unterschied zwischen Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung?

Der Begriff Gewaltprävention stellt einen Oberbegriff dar und umfasst Maßnahmen, die zur Vermeidung gewalttätiger Auseinandersetzung dienen. Das heißt, dass wir Konfliktsituationen bereits vor der Entstehung erkennen und dann geeignete Maßnahmen ergreifen (können), damit keine Gewalt entsteht.

Die Selbstbehauptung umfasst die Fähigkeit, sich der eigenen Grenzen und Rechte bewusst zu werden und diese nach außen erfolgreich zu kommunizieren. Die Erfahrung zeigt, dass bei frühzeitigen Wahrnehmen und Einsetzen von Selbstbehauptungstechniken, der Einsatz körperlicher Abwehrtechniken (Selbstverteidigung) häufig nicht mehr erforderlich ist. (1)

„Selbstverteidigung ist die Fähigkeit, sich oder andere in Notwehr-/ Nothilfesituationen körperlich zu verteidigen. In einem kombinierten Selbstbehauptungs-/ Selbstverteidigungstraining unterstützt sie die Arbeitsergebnisse des Selbstbehauptungsteils durch einige wenige, einfache und effektive Selbstverteidigungstechniken, die auch Ungeübte im Notfallstress einsetzen können. (2)

 

Warum ist Theorie ein Bestandteil des Selbstbehauptungskurses für Frauen?

Aufgrund der vielfältigen Berichterstattung in den Medien, soll geklärt werden, ob und wie Täter und Opfer in einer Beziehung zueinander stehen. Darüber hinaus wird die rechtliche Seite beleuchtet. In welchem rechtlichen Rahmen darf ich mich wehren?

 

Nach welchen Kriterien sind die Kurse aufgebaut?

Die Kurse orientieren sich an den Standards polizeilicher Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstrainings des Landeskriminalamtes aus Niedersachsens, welche durch die Kriminalhauptkommissarin Susanne Paul erstellt wurde.

 

Muss ich Vorkenntnisse mitbringen?

Nein, Vorkenntnisse sind keine erforderlich.

 

Welche Zielsetzungen verfolgen die Kurse?

Grundsätzlich werden mehrere Ziele verfolgt. Einerseits soll das Selbstbewusstsein gestärkt werden, damit sich die Teilnehmer trauen, ihre Rechte zu kommunizieren. Der Teilnehmer soll in die Lage versetzt werden, die Opferrolle verlassen zu können. Hierzu werden mögliche Handlungsalternativen aufgezeigt. Andererseits soll die eigene Wahrnehmung sensibilisiert werden, damit Eskalationen frühzeitig erkannt werden können. Schlussendlich sollen die Teilnehmer ihre eigenen Grenzen kennen und dem Gegenüber verbal und nonverbal aufzeigen können.

 

Werden im Kurs Bilder gemacht?

Ob Bilder in einem Kurs gemacht werden, hängt vom Einzelfall ab. Grundsätzlich jedoch gilt: Sollten Bilder veröffentlicht werden (bspw. in einer Pressemitteilung oder hier auf der Homepage), werden nur solche Bilder veröffentlicht, auf denen die Teilnehmer NICHT erkennbar sind.

 

Kann meine 11jährige Tochter bei einem Selbstbehauptungskurs für Frauen teilnehmen?

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind aufgrund ihrer körperlichen Entwicklung gesondert zu betrachten. Hierfür sollten diese einen Kurs belegen, der ihrer biologischen Entwicklung entspricht.

 

Quelle(n):
(1) Booklet zur Information Interessierter außerhalb der Polizei – Standards polizeilicher Selbstbehauptungs-/ Selbstverteidigungstrainings, LKA, Februar 2005, Seite 4
(2) ebd., Seite 4